Aus der Jahreshauptversammlung am 09.04.2026

Aus der Jahreshauptversammlung am 9.04.2026:

Ein erster Schwerpunkt in der diesjährigen Hauptversammlung war die Vorstellung des Rebhuhns als Vogel des Jahres durch den Schriftführer. Dabei erfuhren die Anwesenden, dass der Rebhuhn- Bestand in Deutschland stetig sinkt. Die Ursachen liegen vor allem im Verlust naturbelassener Flächen und damit auch der Nahrungsgrundlage.

Der Stationsleiter, Herr Meyer, stellte die Arbeit der Auffangstation für das zurückliegende Jahr vor. Insgesamt ist die Zahl der aufgenommenen Tiere auf 1.620 zurückgegangen. Nachdem die Station in der Vergangenheit Jahr für Jahr Zuwächse bei den aufgenommenen Wildtieren erzielte, musste aus Kapazitätsgründen ein Umdenken stattfinden. Daher wurden einzelne Tierarten 2025 von der Station nicht mehr aufgenommen, weil sich hierfür andere Hilfseinrichtungen wie zum Beispiel private Igelhilfen etabliert haben.

Besondere Aufmerksamkeit durch die Berichterstattung im Fernsehen und in der Presse erweckte im letzten Sommer das Schicksal des Bartgeiers Vinzenz. Der Stationsleiter schilderte wie der Vogel aus seiner heimischen Umgebung bei Berchtesgaden zunächst in die Niederlande und dann nach Norddeutschland verdriftete bis er schließlich im Ammerland entkräftet landete. In höchster Not konnte der Stationsleiter das Tier aufgreifen und in der Station anschließend rehabilitieren. Ehrenamtliche Helfer aus Bayern konnten den genesenen Bartgeier wieder zurück in seine ursprüngliche Heimat transportieren und freilassen. Die ausgelesenen Flugrouten zeigen, dass er das Abenteuer schadlos überstanden hat.

Der Stationsleiter schildert, dass nach über 20 Jahren im Betrieb die Flughalle mit 10 Einzelkammern renoviert werden musste. Die restlichen 12 Kammern sollen in diesem Jahr gleichfalls renoviert werden.

Nach Ablauf der vierjährigen Amtsdauer wurde der Vorstand neu gewählt. Die alten Vorstandsmitglieder haben sich der Wiederwahl gestellt. Sie wurden ausnahmslos im Amt bestätigt.

Bartgeier Vinzenz

Bartgeier Vinzenz

Bartgeier Vinzenz in der Wildtierstation Rastede

Im Juni 2025 erreichte uns in der Wildtierstation Rastede ein besonderer Gast: Bartgeier Vinzenz. Der junge Vogel, der ursprünglich im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert worden war, hatte eine rund 1.600 Kilometer weite Reise bis nach Niedersachsen hinter sich. Nach seinem Einfangen wurde er zu uns gebracht, wo er die notwendige Versorgung erhielt.

 

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Mehr Informationen

 

Vinzenz‘ Herkunft: Ein Wiederansiedlungsprojekt in den Alpen

Bevor Vinzenz zu uns kam, wurde er im Jahr 2024 im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert. Dies erfolgte im Rahmen eines europäischen Wiederansiedlungsprojekts für Bartgeier in den Alpen. Die Bartgeierpopulation war dort im frühen 20. Jahrhundert ausgerottet worden.

Dieses Projekt wird vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) und dem Nationalpark Berchtesgaden in Kooperation mit dem WWF Deutschland durchgeführt. Das Ziel ist der Aufbau einer stabilen, sich selbst erhaltenden Bartgeierpopulation in den Alpen. Bartgeier sind wichtige Bestandteile des Ökosystems, da sie als Aasfresser zur Beseitigung von Tierkadavern beitragen.

Vinzenz‘ Flug in den Norden

Statt in den alpinen Regionen zu verbleiben, flog Vinzenz im Juni 2025 in nördliche Richtung. Seine Reise umfasste über 1.600 Kilometer von Bayern bis nach Niedersachsen. Mitte Juni 2025 wurde der junge Bartgeier in der Nähe von Oldenburg an einer Landstraße gesichtet und dort eingefangen. Sein Aufenthalt weit außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets im Flachland birgt für die Tiere Risiken, da hier die für Großgreifvögel notwendigen Aufwinde seltener sind und das Umfeld stärker menschlich geprägt ist.

GP-14-25 Flugroute Vinzenz

 

Vinzenz‘ Versorgung in der Wildtierstation Rastede

Nach der Ankunft in unserer Station wurde Vinzenz umgehend versorgt. Bei der Untersuchung stellten wir keine äußeren Verletzungen fest, jedoch hatte er während seines langen Flugs etwa zehn Prozent seines Körpergewichts verloren. Wir führten eine umfassende Versorgung und Betreuung durch. Durch die Pflege in unserer Station konnte Vinzenz wieder zu Kräften kommen und sein Normalgewicht erreichen.

Die erfolgreiche Rückkehr in die Alpen

Nachdem Vinzenz wieder vollständig mobil und bei guter Kondition war, konnten wir ihn Ende Juni 2025 in seinen ursprünglichen Lebensraum, den Nationalpark Berchtesgaden, zurückbringen. Bei seiner Freilassung zeigte er normale Flugeigenschaften und Verhalten. Dies legt nahe, dass er sich nun dauerhaft in den alpinen Regionen aufhalten und zum Wiederaufbau der Bartgeierpopulation beitragen wird.

Bildnachweis:

GPS Flugroute – LBV, Matthias Feldhoff

 

Videos und Beiträge zu Vinzenz:

  • NDR-Beitrag „Hallo Niedersachsen“ (19. Juni 2025): Informationen zu Vinzenz und seiner Rettung in Oldenburg sind im Beitrag von „Hallo Niedersachsen“ verfügbar. Das Video ist bis zum 19. Juni 2027 abrufbar: Bartgeier Vinzenz aus Bayern in Oldenburg eingefangen

Referenzen:

Neues Freigehege

Neues Freigehege

Neues Freigehege

Dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung konnten wir im Herbst 2023 ein neues Freigehege für Großvögel wie Kraniche und Störche oder Schwäne errichten.
Das vorrangige Ziel der Station ist es, aufgenommene Wildtiere wieder in die Natur zurückzuführen. Oftmals steht vor der Rückführung eine Reha-Zeit, in der die Folgen von Verletzungen überwunden werden müssen. Um diesen Prozess erfolgreich gestalten zu können, ist das Freigehege von elementarer Bedeutung. Ein zuvor vorhandenes altes Freigehege war in die Jahre gekommen und nicht mehr sicher.
Das neue Freigehege ist ausgestattet mit einem Untergrabschutz des Zaunes, mit einem Unterstand und einer Tränke. Neben der großzügigen Unterstützung durch Bingo-Lotto erbrachte die Station einen beträchtlichen Anteil durch Eigenleistungen.

Neues Freigehege für Großvögel
Neues Freigehege für Großvögel
Errichtung einer Zaunanlage zum Schutz der Wildtierstation

Errichtung einer Zaunanlage zum Schutz der Wildtierstation

Errichtung einer Zaunanlage zum Schutz der Wildtierstation

Seit etwa 20 Jahren befindet sich die Station bereits in Rastede an der Parkstraße. Als Einfriedung zum öffentlichen Raum diente ein Flatterband. Was ursprünglich als Provisorium gedacht war, hatte sich im Laufe der Zeit verfestigt. Leider mussten wir die Erfahrung machen, dass diese Art der Abgrenzung ein Sicherheitsrisiko – vor allem für die bei uns beherbergten Tiere – bedeutet. So kam es zu unbefugten Zutritten auf unser Gelände! Dank maßgeblicher Unterstützung durch die Landessparkasse zu Oldenburg konnten wir endlich eine angemessene Einfriedung errichten. Wir bedanken uns daher ganz herzlich bei der LzO!
Zaunanlage der Wildtierauffangstation Rastede
Zaunanlage der Wildtierauffangstation
Auswilderung Seeadler

Auswilderung Seeadler

Auswilderung Seeadler

Im Frühjahr dieses Jahres gelangte ein männlicher geschlechtsreifer Seeadler mit schweren Verletzungen in die Wildtierauffangstation. Vermutlich nach einem Revierkampf war eine Schwinge mehrfach kompliziert gebrochen und musste in einer aufwändigen Operation genagelt und geschient werden. Die intensive Betreuung führte zum Erfolg. Nach vielen Aufbau- und Trainingsstunden konnte die Funktionalität wieder vollständig hergestellt werden. Am 24. November war es dann soweit: der Seeadler wurde vom Stationsleiter im Deichvorland bei Dangast ausgewildert.
Da der Vogel mit einem GPS-Sender ausgerüstet wurde, kann nun verfolgt werden, dass er sich offensichtlich in der Region ein Revier sucht (siehe Bewegungsprofil der ersten Tage).

Aktualisierung 2023:
Dank des GPS-Senders können wir am weiteren Werdegang unseres „Zöglings“ teilhaben. Nach einer Phase weiter Erkundungsflüge über weite Teile Norddeutschlands hat sich der Seeadler verpaart und in der Nähe des Jadebusens einen Horst errichtet.

Projekt 12 x 300

Projekt „12 x 300″

Sicherung von Arbeitsplätzen in der Wildtierauffangstation

Wir starten zur Erhaltung der Arbeitsplätze in der Wildtierauffangstation ein neues Projekt „12 x 300“. Einigen ist dieses Projekt noch bekannt aus der Förderung von Ausbildungsplätzen. Dieses Mal möchten wir Sie um Unterstützung für die für uns sehr wichtige Erhaltung von Arbeitsplätzen bitten, um die Pflege unserer kranken und verletzten Wildtiere zu gewährleisten.

Wir finanzieren uns durch Mitgliederbeiträge, Spenden und diversen Zuschüssen. Da diese Beträge immer variieren, würden wir gerne durch das Projekt „12 x 300“ die Zahlung der Gehälter sicherstellen. Das Projekt basiert auf der Idee, dass durch eine jährliche Unterstützung in Höhe von 300,00 € von mindestens 12 Förderern über einen Zeitraum von drei Jahren ein Teil der Gesamtkosten von Gehalt und Nebenkosten aufgefangen wird.

Wenn Sie bereit sind, die Arbeit im Natur- und Umweltschutz durch Ihre Förderung zu unterstützen, freuen wir uns über eine kurze Nachricht (verein@wildtierstation-rastede.de) Sie würden anschließend von uns den Entwurf einer Vereinbarung erhalten, um die Förderung formal abzusichern. Da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, können Ihre Spenden von der Steuer in Abzug gebracht werden.